Die Grenzen rein sprachlicher Therapiemethoden sind rasch erreicht, wenn es um Störungen in frühester Kindheit oder nach traumatischen Erlebnissen geht. Das hat die moderne Psychotherapie-, Bewusstseins- und Hirnforschung inzwischen überzeugend belegt.
Denn: Verbale Verfahren – wie die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien (Gesprächs-Psychotherapie, klassische Gestalttherapie, systemische Therapien) und die Verhaltenstherapie – sind nicht in der Lage, die so genannten subkortikalen Hirnareale gezielt zu aktivieren.
Das bedeutet auch: Die etablierten, von den Krankenkassen anerkannten Richtlinienverfahren zeigen in weiten Bereichen keine zufrieden stellende Wirkung.
Hier tun sich neue Wege mit körperorientierter Therapie auf. Um tiefergreifende Heilerfolge zu erzielen, sind solche körperzentrierten, tranceinduzierenden und psychosozial-bindungsorientierten Verfahren unentbehrlich.
Viele Methoden sind in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelt worden, viele mit dem Versprechen schneller Heilerfolge. Doch Heilung braucht Zeit!
Das Besondere der Bioenergetischen Analyse
Im Roten Haus arbeiten wir mit der Bioenergetischen Analyse, einem der ältesten Verfahren der körperorientierten Psychotherapie. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass Psyche und Soma, Geist und Körper als vollkommene Einheit begriffen werden. Was im Inneren eines Menschen vorgeht, spiegelt sich in seinem Äußeren – und umgekehrt – was im Äußeren eines Menschen in Erscheinung tritt, spiegelt sich in seinem Inneren.
Psyche wird also von uns in ihrer direkten leiblichen Dynamik erfasst; der Körper als biologischer Ort allen psychischen Geschehens. Moderne Bioenergetik ist keine Methode, die schnelle Lösungen verspricht. Als psycho-neuro-physiologisch fundiertes Verfahren dient sie der Entwicklung tief greifender Heilprozesse, die sich sehr oft jenseits der Vernunft vollziehen. Analytische Bioenergetik verbindet:

Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den
Körper zu heilen.
(Oscar Wilde)
Bioenergetik – Wie geht das?
Eine bioenergetische Therapie- oder Beratungssitzung – so wie wir sie verstehen – beinhaltet in der Regel folgende Schwerpunkte:
Bei längeren Behandlungs- und Entwicklungsprozessen gewinnt zunehmend der Kontext des Familienhintergrunds, der lebensgeschichtlich und aktuell bedeutsamen Konflikte, der Charakteranalyse und der therapeutischen Übertragungsvorgänge an Bedeutung. Die Dauer des Prozesses und die Anzahl der Sitzungen bestimmt sich nach dem Leidensdruck und dem Entwicklungsbedürfnis des/der Einzelnen. Sie kann zwischen wenigen Wochen und zwei bis 10 Jahren (später in sporadischen Abständen) liegen. In der Regel ist mit einer Sitzung 14-tägig, in Krisen auch mit einer wöchentlichen Sitzung zu rechnen.
Ursprung und Entwicklung der Bioenergetik
Die Bioenergetische Analyse wurde von dem amerikanischen Arzt Dr. Alexander Lowen und seinem Kollegen Dr. John Pierrakos begründet. Seit 1956 hat sich die Methode über das International Institute for Bioenergetic Analysis weltweit etabliert.
In verschiedenen europäischen Ländern, z. B. in Italien, Österreich und der Schweiz, ist die Bioenergetische Analyse als Behandlungsverfahren heute zugelassen.
Alexander Lowen, Begründer der Bioenergetik – Im Alter von 85 Jahren erlebte ich ihn in seiner New Yorker Praxis als Lehrtherapeut. Auf verblüffend einfache Art verstand er es, entscheidende Dinge des Lebens über den Körper deutlich zu machen. (Bernd Mundorf)
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